Pinneberg: Bürgerrat zum Thema Klimafolgenanpassung startet am Freitag
Vierter Bürgerrat im Rahmen von "Klima trifft Kommune": Pinneberg tagt in vier Sitzungen mit unterschiedlichen Schwerpunkten im September
09. September 2026
Der Pinneberger Bürgerrat zum Thema Klimafolgenanpassung nimmt am Freitag, 11. September, seine Arbeit auf. Rund 30 per Losverfahren ermittelte Bürgerinnen und Bürger kommen dann erstmals zusammen. Bis Ende September beraten sie in insgesamt vier Sitzungen darüber, welche Maßnahmen die Stadt zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels umsetzen sollte. Über einen Teil der Ergebnisse könnte parallel zur Landtagswahl 2027 in einem Bürgerentscheid abgestimmt werden, dessen Ergebnisse verbindlich sind.
Rund 30 Menschen bilden „Mini-Pinneberg"
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Bürgerrates wurden per Losverfahren aus dem Melderegister der Stadt ausgewählt. Hierfür wurden 1.500 Pinnebergerinnen und Pinneberger angeschrieben. 279 reagierten auf das Anschreiben, und 154 Menschen sagten schließlich zu – eine Zusage-Quote von 10,2 Prozent. Aus diesen Rückmeldungen wurde der finale Bürgerrat so ausgewählt, dass er im Hinblick auf Alter, Geschlecht, Bildungsabschluss und Migrationshintergrund ein „Mini-Pinneberg" darstellt – die Stadtgesellschaft wird somit im Kleinen abgebildet.
Bürgervorsteherin Natalina di Racca-Boenigk, die die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Bürgerrats am Freitag gemeinsam mit Bürgermeister Thomas Voerste begrüßen wird, sagt: „Nach der umfangreichen Vorbereitung freue ich mich, dass es nun losgeht und darauf, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kennenzulernen. Der Bürgerrat kann eine Möglichkeit der demokratischen Beteiligung sein und er bietet eine weitere Chance der Mitbestimmung für die Pinnebergerinnen und Pinneberger. Ich bin auf die Diskussionen gespannt und darauf, was für Ideen und Vorschläge in den Sitzungen erarbeitet werden."
Bürgermeister Thomas Voerste verweist auf die im Vergleich hohe Rückmeldequote der Bürgerinnen und Bürger in Pinneberg auf die Anfrage in Sachen Bürgerrat. „Das zeigt, wie aktuell das Thema Klimafolgenanpassung für unsere Stadtgesellschaft ist. Der Bürgerrat kann hier weitere wichtige Impulse geben und ich bin sehr gespannt auf diese Form der partizipativen Demokratie.“
Vier Sitzungen mit unterschiedlichen Schwerpunkten
Für seine Beratungen trifft sich der Bürgerrat an zwei Wochenenden im September zu insgesamt vier Sitzungen. Während der Sitzungen stehen dem Gremium Fachleute beratend zur Seite. Zur Auftaktsitzung am 11. September wird Meteorologe Frank Böttcher einen Input zu den Folgen des Klimawandels in Norddeutschland und Pinneberg geben.
Am Folgetag stellt das Zentrum für Energie, Bauen, Architektur, und Umwelt GmbH (zebau) seine Analysen zur Betroffenheit von Pinneberg durch Klimawandelfolgen dar. Das Büro arbeitet derzeit für die Stadt an einem Klimaanpassungskonzept. Am zweiten Sitzungswochenende vom 25. bis 26. September führt der Bürgerrat seine bisherigen Überlegungen zusammen und formuliert daraus konkrete Empfehlungen. Nach einer fachlichen und juristischen Prüfung soll über einen Teil davon parallel zur Landtagswahl am 20. April 2027 in einem Bürgerentscheid abgestimmt werden. Die finale Entscheidung über die Durchführung liegt bei der Ratsversammlung.
Über Klima trifft Kommune
Der Pinneberger Bürgerrat ist Teil des Modellprojekts „Klima trifft Kommune", das von der Gesellschaft für Klima und Demokratie e.V. und Mehr Demokratie e.V. organisiert und durchgeführt wird. Die Verbindung von kommunalen Bürgerräten mit anschließenden verbindlichen Ratsreferenden ist deutschlandweit eine Neuheit. Die Ratsversammlung hatte die Teilnahme Pinnebergs im Oktober 2024 beschlossen. Gefördert wird das Projekt von der Robert Bosch Stiftung und der Deutschen Postcode Lotterie. Neben Pinneberg sind auch Flensburg, die Hansestadt Osterburg (Altmark) und der Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf Modellkommunen des Projekts.
Mehr Informationen: www.klimatrifftkommune.de
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