Pinneberger Bürgerrat: Die Mitglieder stehen fest
Nach Flensburg folgt im September der zweite Bürgerrat in Schleswig-Holstein im Rahmen von „Klima trifft Kommune"
01. Juli 2026
Die Auslosung für den Pinneberger Bürgerrat ist abgeschlossen: 30 Bürgerinnen und Bürger wurden zufällig ausgewählt und werden im September in vier Sitzungen gemeinsam beraten, wie sich Pinneberg am besten an die Folgen der Klimakrise anpassen kann. Die Hitze des vergangenen Wochenendes hat gezeigt, wie dringend solche Antworten gebraucht werden. Der Bürgerrat bildet dabei einen Querschnitt der Stadtbevölkerung ab – nach den Kriterien Geschlecht, Alter, Bildungsabschluss und Migrationshintergrund.
„Damit spiegelt der Bürgerrat die Vielfalt unserer Stadt wider, es handelt sich sozusagen um ein ,Klein Pinneberg‘“, betont Bürgermeister Thomas Voerste. „Das ist für mich eine gute Voraussetzung, um gemeinsam tragfähige Vorschläge für die Klimaanpassung Pinnebergs erarbeiten zu können. Das gesamte Verfahren kann den demokratischen Prozess in unserer Gesellschaft stärken.“
Von 1.500 angeschriebenen Pinnebergerinnen und Pinnebergern reagierten 279 (18,6 %) auf die Einladung. 154 Personen erklärten sich zur Teilnahme bereit (10,2 %) – aus ihnen wurden die finalen Mitglieder gelost.
„Ich freue mich auf die Sitzungen des Bürgerrats und bin gespannt, was für Ideen und Vorschläge dort erarbeitet werden“, sagt Bürgervorsteherin Natalina di Racca-Boenigk. Mit Blick auf das Format sagt sie: „Das Besondere am Bürgerrat ist, dass hier Menschen miteinander ins Gespräch kommen, die sich im Alltag vermutlich kaum begegnet wären. Sie streiten nicht über Ideologien, sondern suchen gemeinsam nach Lösungen – das ist gelebte Demokratie.“
Pinneberg ist nach Flensburg, wo der Bürgerrat im April und Mai stattfand, die zweite schleswig-holsteinische Modellkommune im Projekt. Neben den beiden norddeutschen Städten sind auch Osterburg (Sachsen-Anhalt) und Marzahn-Nord (Berlin) Teil des bundesweiten Modellprojekts „Klima trifft Kommune".
Verbindlicher Bürgerentscheid parallel zur Landtagswahl geplant
Nach Abschluss der Bürgerrat-Sitzungen im September werden die erarbeiteten Empfehlungen in der Ratsversammlung diskutiert. Über einen Teil davon sollen die Pinnebergerinnen und Pinneberger dann direkt abstimmen: Ein Bürgerentscheid ist parallel zur schleswig-holsteinischen Landtagswahl am 18. April 2027 geplant – mit einem Ergebnis, das rechtlich bindend ist.
Über Klima trifft Kommune
„Klima trifft Kommune" ist ein Modellprojekt der Gesellschaft für Klima und Demokratie e.V. (GfKD) und Mehr Demokratie e.V., gefördert von der Robert Bosch Stiftung. Es erprobt die Kombination aus Bürgerrat und kommunalem Bürgerentscheid als Instrument für klimapolitische Entscheidungen auf lokaler Ebene.
Mehr Informationen: www.klimatrifftkommune.de
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