Klares Votum aus Marzahn-Nord: Einwohnerinnen und Einwohner stimmen für Hitzeschutz
26. Mai 2026
Ergebnisse der ersten Einwohnerbefragung liegen vor – eine breite Mehrheit unterstützt Empfehlungen des Bürgerrats zu Grünflächen, Sitzbänken und Trinkwasser
26. Mai 2026 – Die Stimmzettel der Einwohnerbefragung zum Hitzeschutz in Marzahn-Nord sind ausgezählt: Eine klare Mehrheit der Befragten hat dabei die Empfehlungen des vorangegangenen Bürgerrats angenommen. Der Beteiligungsprozess aus Bürgerrat und Befragung war der erste seiner Art im Bezirk und dient dem Bezirksamt nun als Grundlage für seine Entscheidungen zum Thema. Dieses Jahr sollen 100.000 Euro für den Hitzeschutz im Quartier eingesetzt werden. Am 26. Mai werden die Ergebnisse im Umweltausschuss vorgestellt.
Dominik Chadid, Klimaschutzbeauftragter im Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf:
„Die Teilnehmenden des Bürgerrats und der Befragung haben ihre Zeit investiert und sich mit der Thematik auseinandergesetzt – dafür sind wir den Bürgerinnen und Bürgern außerordentlich dankbar. Den Arbeitsauftrag an uns nehmen wir jetzt sehr ernst: Wir werden zügig prüfen, welche der empfohlenen Maßnahmen wir schon in diesem Jahr umsetzen können.“
Besonders hohe Zustimmung für grüne und soziale Maßnahmen
Neue Sitzbänke auf öffentlichen Flächen erhielten mit 85,0 % Ja-Stimmen die höchste Zustimmung aller Maßnahmen – gefolgt von Gärten an öffentlichen Plätzen (82,8 %), Grünflächen als Wildblumenwiesen (83,0 %) und Trinkwasserspendern in öffentlichen Gebäuden (81,4 %). Auch die Weiterführung des Hitzetelefons (69,9 %), Bildungsmaßnahmen in Kitas und Schulen (70,2 %) sowie das Entsiegeln von Betonplatten im Seelgrabenpark (66,5 %) fanden deutliche Unterstützung. Eine allgemeine Aufklärungskampagne zum Hitzeschutz erhielt weniger Zustimmung, ist aber mit mehr Ja-Stimmen (43,0 %) als Nein-Stimmen (32,4 %; Enthaltungen: 24,6%) angenommen.
Dagegen fiel das Votum deutlich gegen eine öffentliche Feier zum Thema Hitzeschutz aus: Nur 26,7 % sprachen sich dafür aus (Nein: 46,2 %).
Parallel zur Abstimmung wurden die Befragten nach ihrer persönlichen Einschätzung des Themas gefragt. Das Ergebnis ist eindeutig: 84,9 % der Teilnehmenden bewerten Hitzeschutz als „sehr wichtig“ oder „eher wichtig“. Damit zeigt die Befragung nicht nur Zustimmung zu konkreten Maßnahmen, sondern auch ein breites gesellschaftliches Bewusstsein für die Dringlichkeit des Themas.
An der Einwohnerbefragung konnten alle Einwohnerinnen und Einwohner von Marzahn-Nord ab 16 Jahren teilnehmen. 1650 Fragebögen wurden ausgefüllt, das ist eine Beteiligung von 8,7 Prozent.
Am 26. Mai stellen Teilnehmende des Bürgerrats die Ergebnisse von Bürgerrat und Befragung im Ausschuss für Klima- und Umweltschutz der Bezirksverordnetenversammlung vor. Das Bezirksamt hat sich verpflichtet, die Abstimmungsergebnisse im Anschluss als Grundlage für seine Entscheidungen zum Hitzeschutz zu nutzen. Dafür werden jetzt die zuständigen Fachbereiche mit der Umsetzung der angenommenen Maßnahmen betraut, wobei sich die Priorisierung nach den Befragungsergebnissen richtet.
Medienvertreter und Öffentlichkeit sind zur Vorstellung im Umweltausschuss herzlich eingeladen. Teilnehmende des Bürgerrats werden ebenfalls vor Ort sein.
Ausschuss für Klima- und Umweltschutz der BVV Marzahn-Hellersdorf
Veranstaltungsort: Premnitzer Straße 11/13, 12681 Berlin, Raum 736
Uhrzeit: 18 Uhr
Hintergrund: Bürgerrat Hitzeschutz Marzahn-Nord
Die abzustimmenden Fragen waren Resultat eines Bürgerrats zum Thema Hitzeschutz, der auf Grundlage eines Beschlusses des Bezirksamts vom 17. Juni 2025 einberufen wurde – das erste Verfahren dieser Art in Marzahn-Hellersdorf. Die 33 Teilnehmenden wurden per stratifiziertem Losverfahren aus dem Einwohnermelderegister ausgewählt, sodass ein Querschnitt der Bevölkerung zusammenkam: Menschen unterschiedlichen Alters (16 bis 76 Jahre), Geschlechts, Bildungsstands sowie mit und ohne Migrationshintergrund. Fachleute aus Wissenschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft unterstützten die Arbeit mit Impulsvorträgen; Mitglieder der Bezirksverordnetenversammlung konnten als Gäste beobachten.
In drei moderierten Sitzungen im November 2025 erarbeitete der Bürgerrat insgesamt 28 konkrete Vorschläge für den Hitzeschutz im Quartier. Das Bezirksamt prüfte alle Empfehlungen fachlich und rechtlich; knapp die Hälfte wurde als umsetzbar bewertet. Zehn der 28 Empfehlungen wurden zur Abstimmung gestellt. Dabei wurden die Priorisierung der Empfehlungen vom Bürgerrat selbst berücksichtigt, die Konkretheit der Vorschläge sowie die kurz- oder mittelfristige Umsetzbarkeit.
Der Stadtbezirk stellt im Jahr 2026 circa 100.000 Euro für den Hitzeschutz zur Verfügung. Die ersten Maßnahmen sollen noch 2026 umgesetzt werden.
Der Bürgerrat und die Befragung sind Teil des bundesweiten Modellprojekts „Klima trifft Kommune“, das von den gemeinnützigen Vereinen Gesellschaft für Klima und Demokratie e. V. und Mehr Demokratie e. V. umgesetzt und von der Robert Bosch Stiftung sowie der Deutschen Postcode Lotterie gefördert wird. Neben Marzahn-Hellersdorf nehmen auch Flensburg, Pinneberg und Osterburg (Altmark) am Projekt teil.
Für Interviewanfragen und Bildmaterial wenden Sie sich gern an:
Sascha Boden und Rabea Koss: presse@klimatrifftkommune.de, +49 15771431998
Downloads
- Einwohnerbefragung_Hitzeschutz_Ergebnisse.pdf Einwohnerbefragung_Hitzeschutz_Ergebnisse.pdf ( 119 KB )
- Bürgergutachten Empfehlungen für den Hitzeschutz, Marzahn-Nord Buergergutachten_Berlin-Marzahn_final.pdf ( 11 MB )
- PM_Klima_trifft_Kommune_Hitzeschutz_Marzahn-Nord.pdf PM_Klima_trifft_Kommune_Hitzeschutz_Marzahn-Nord.pdf ( 101 KB )